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Am 29.02.2020 wurden die 38-jährige Homa Zaher und ihre 9-jährige Tochter Tajala in ihrer Wohnung in Berlin-Marzahn ermordet. Die Familie Zaher – der Ehemann und Vater, in Afghanistan Sozialarbeiter, seine Frau Homa, Englisch-Lehrerin, und die gemeinsame und einzige Tochter, Tajala, flüchteten 2014 von Afghanistan nach Deutschland. Sie wollten in Deutschland ein sicheres und normales Leben führen. Ihre Leben wurden auf brutalste Weise zerstört. Die grausamen Femizide erschüttern bis heute Familie, Freund*innen und viele solidarische Aktivist*innen in Berlin.

Die Homa-und-Tajala-Aufklärungsinitiative ist einige Tage nach den Femiziden entstanden, aus der Dringlichkeit heraus, Familie und Freund*innen unterstützend zur Seite zu stehen. Gemeinsam haben wir am 7. März 2020 einen Trauermarsch für Homa und Tajala organisiert. Hunderte von Menschen sind gemeinsam durch Marzahn bis zum Wohnhaus der Ermordeten gelaufen. Von der afghanischen Community sind Menschen aus ganz Deutschland dafür nach Berlin gereist.

Seitdem forderten und fordern wir eine lückenlose Aufklärung dieser grausamen Morde und verlangen aufgrund der Testimonies, die wir angehört haben, dass die Polizei in alle Richtungen ermittelt.

Ende März 2020 wurde ein afghanischer Nachbar aus dem selben Wohnhaus festgenommen. Laut Polizei ist er der mutmaßliche Täter. Seit September 2020 läuft der Gerichtsprozess. Als Initiative machen wir Prozessbeobachtung und dokumentieren die Gerichtstermine. Mit jedem Prozesstermin wird deutlicher, wie nachlässig die Polizei ermittelte. Die Ermittlungsbehörden haben diesen Fall als einen zweiter Klasse behandelt. Das Gericht lehnt jegliche Kritik an den Ermittlungen ab und versucht damit , die schlechte Ermittlungsarbeit der Polizei zu verschleiern. Das Gerichtsverfahren lässt immer noch unzählige ungeklärte Fragen offen, trotz mangelnder Aufklärung möchte das Gericht nun die Verhandlung abschließen.

Anlässlich des ersten Jahrestags der Femizide an Homa und Tajala haben wir am 28.02.2021 eine Gedenkveranstaltung im Bürgerpark Marzahn organisiert. Vor Ort wurde ein Gedenkstein angebracht. Auf dem Stein waren die Gesichter der Beiden eingraviert sowie die Worte „In unseren Herzen lebt ihr weiter“,die sowohl auf Dari als auch auf Deutsch zu lesen waren. Einige Wochen danach wurde der Gedenkstein durch Unbekannte zerstört. Wir als Initiative kämpfen weiter für die Errichtung eines Gedenkortes für Homa und Tajala Zaher.